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Vielen Dank. Ich bedanke mich für die Möglichkeit, hier als Vertreterin des Initiativkomitees für die Kulturlandinitiative sprechen zu dürfen.
Sehr geehrte Damen und Herren: Wenn Sie einkaufen, achten Sie dann auch auf lokal produzierte Lebensmittel? Und haben Sie sich auch schon gefragt, wenn Sie durch den Kanton reisen, wo es noch Raum gibt, solche zu produzieren? Beschäftigt Sie die fortschreitende Zersiedelung? Ich frage mich oft, ob es in Zukunft nur noch Siedlungsbrei zu essen gibt statt Zürcher Brot.
Die Siedlungsfläche hat im Kanton Zürich in den letzten 25 Jahren um beinahe 60 km2 zugenommen. Das entspricht etwa der Fläche von 2/3 des Zürichsees. Diese Entwicklung hat einen Preis: Sie kostet unsere besten Böden. In der Schweiz wird pro Sekunde 1m2 Boden verbaut. Der Kanton Zürich ist Brennpunkt dieser Entwicklung. Hier wird beinahe doppelt so schnell verbaut. Machen wir so weiter wie bisher, dann haben wir in 300 Jahren den ganzen Kanton zubetoniert. Paradoxerweise steigt die Nachfrage nach lokal produzierten Lebensmitteln im gleichen Tempo.
Siedlungen sind historisch dort entstanden, wo gutes Ackerland zur Verfügung stand. Beinahe jede Siedlungsausdehnung geschieht folglich auf bestem Kulturland. Der Boden ist eine endliche Ressource. Nur ein Drittel der Böden der Schweiz sind für die intensive Nutzung durch den Menschen geeignet. Darum hat der Bundesrat im Jahre 1992 den Sachplan Fruchtfolgeflächen beschlossen. Der Kanton Zürich hätte laut diesem Sachplan 44'400 ha Fruchtfolgeflächen zu sichern. Schon heute ist diese Fläche unterschritten.
Die Kulturlandinitiative ist als allgemeine Anregung formuliert und will die Böden der besten Nutzungseignungsklassen 1-6 in Bestand und Qualität erhalten. Wir fordern aber auch den Schutz der ökologisch wertvollen Flächen. Der Erhalt der Biodiversität liegt uns genauso am Herzen wie der Schutz der Fruchtfolgefläche. Das Ziel der Initiative ist also der bessere Schutz für die wertvollsten Böden. Wir wollen eine verbindliche rechtliche Grundlage, damit die künftige Siedlungsentwicklung auch von Kriterien der Bodenfruchtbarkeit gelenkt wird.
Hinsichtlich der Sicherung der Fruchtfolgeflächen dürfe es keine Kompromisse mehr geben, sagte Präsident Hans Staub an der Delegiertenversammlung vom April 2010 des Zürcher Bauernverbandes. Der fruchtbare Boden ist die Lebensgrundlage unserer Bauern. Was bedeutet Ernährungssouveränität für Sie, meine Damen und Herren? Für mich bedeutet Ernährungssouveränität, selbstbestimmt entscheiden zu dürfen, woher wir welche Lebensmittel beziehen möchten. Leisten wir uns diese Freiheit!
Wenn Sie nun glauben, dass wir eine Käseglocke über den Kanton Zürich legen wollen, liegen Sie falsch. Es steht genügend Bauland zur Verfügung. Die heutige Reserve in der Bauzone und der Geschossfläche reicht noch für rund eine Million zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner. Ob wir nun eine Million Menschen mehr wollen oder nicht, diese Reserve steht zur Verfügung und sie genügt. Wir können es uns leisten, die fruchtbaren und ökologisch wertvollen Böden wirkungsvoll zu schützen.
136 Jahre alt wird das Waldgesetz dieses Jahr. 1876 war der Grundsatz der Nachhaltigkeit revolutionär. Jede Generation solle Anrecht auf die gleichen Ertragsmöglichkeiten haben. Das Waldgesetz von 1876 war und ist internationales Vorbild. Wir sollten auch für unseren Boden die Verantwortung übernehmen. Er muss auch künftigen Generationen als Nahrungsmittellieferant, als Erholungsraum und als ökologischer Ausgleich zur Verfügung stehen. Wir haben nur eine Erde und nur einen Kanton Zürich! Ich bitte Sie deshalb, den Argumenten des Initiativkomitees zu folgen und der Kulturlandinitiative zuzustimmen und damit die Regierung zu beauftragen, eine Umsetzungsvorlage auszuarbeiten. Besten Dank.
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